Dahlienfeld

Bioblumen lieben Social Media

An einem Ort, der Kräutln und Pflanzen schon im Namen trägt – Erbersdorf –, wirkt sie, die Blumen schon im Namen trägt: Margrit De Colle. Die Blume vom Hügel.

Wer glaubt, dass „Schnittblumen“ nur mit Abschneiden und Einfrischen zu tun haben, der wird hier, in der Südoststeiermark, eine ganz neue Welt entdecken. Und erfahren, dass Social Media überraschend viel mit dem Erfolg dieses einzigartigen Blumenparadieses zu tun haben.

Margrit liebte, nomen est omen, von klein auf Blumen. Und sie redete gerne. In ihrem Studium an der Uni Graz war die soziologische Natur des Menschen ihr Thema – und auch darüber kann sie viel erzählen.

Margrit De Colle
Margrit De Colle und ihre „Blumen pur“

So scheint es logisch, dass die gebürtige Lavanttalerin aus Bad St. Leonhard ein gutes Gespür dafür hat, was der moderne Mensch dringend braucht: So viel Bodenständiges wie möglich. Biologisch, nachhaltig, fair, den Jahreszeiten folgend.

Als sie sich 2005 in der Gegend zwischen Gleisdorf und Feldbach ansiedelte, hatte sie einige Jahre an Abenteuer, etwa in Afrika, hinter sich – und einen Traum im Gepäck: Sie krempelte die Ärmel auf und setzte praktisch im Alleingang ihr Vorhaben um, hier Bioschnittblumen anzubauen und zu verkaufen. Die Idee fiel, erraten, auf fruchtbaren Boden.

Traktor mit Blumen
Die zarten Wesen brauchen viel Zuwendung – und Hands-on-Mentalität.

In jener Zeit kam durch die ursprüngliche Marketingidee „Steirisches Vulkanland“ erste Aufbruchstimmung ins Land. Heute zeigt sich rundum in schönster Weise das kreative und innovative Potenzial, das umsichtige Regionalentwicklung wecken kann.

Befruchtende Kooperation zwischen den Betrieben, sei es mit Fachkollegen oder Lieferanten, hat hier großen Stellenwert und wird von Margrit tagtäglich gelebt.

Doch Corona hat ihrem Geschäft kurzerhand das Wasser abgegraben – keine Hochzeiten und anderen Veranstaltungen hieß: kein Blumenverkauf! Auch das zauberhafte Café hatte Zwangspause. Und das beliebte bunte Frühlingsfest musste ebenfalls dran glauben.

Kaffeehaus
Im Café sieht es immer anders aus – kein Wunder, der Blumenschmuck gibt laufend neue Farben vor.

Aber Margrit ist schneller im Umdenken als ihre geliebten Dahlien beim Wachsen: Und so folgen ihr mittlerweile die Kunden von Norddeutschland bis Italien, wenn sie online dazu anleitet, wie man im Handumdrehen dekorative Kreationen schafft. Dazu werden fixfertige Pakete mit Arbeitsmaterial verschickt – und dann geht’s per Web gemeinsam ans Werk. Sogar für ganze Teams bietet sie solche schöpferischen Auszeiten an.

Überhaupt mag sie die digitale Welt: „Ich habe in meiner Arbeit gesehen, dass die Krise ein Beschleuniger war. Schon vorher war ich jahrelang aktiv auf Social-Media-Kanälen unterwegs, das taugt mir. Und ich werde das in Zukunft noch forcieren. Video-Tutorials, Webinare, Blog … ich habe viele Ideen!“

Aber natürlich blüht sie so richtig auf, wenn ihre Kunden vor Ort den Laden beleben: Die Besucher können durch die Felder streunen, am hübschen Gastro-Wohnwagen eine genussvolle Rast einlegen, eine Führung durch die Glashäuser bekommen.

Sehenswert ist auch der Shop, wo die farbenfrohen Arrangements ins Auge springen, oder Blumen in Form von Karten, Büchern und Kalendern angeboten werden. Margrits Tun geht aber noch weiter.

Das Gartencafé ist eine Herzensangelegenheit wie jedes Samenkorn in ihrem Betrieb: Die Auswahl vom Häferl bis zum Biobier, von den essbaren Blüten auf den Speisen bis zum verarbeiteten Biogemüse trifft sie selber. Letzteres kommt aus dem Landwirtschaftsbetrieb von Lebenspartner Walter. Eine richtige Symbiose also.

Wer Augenweiden, Gaumenkitzel und Lehrreiches erleben oder einfach einen Kaffee genießen will, ist hier willkommen:

Vom Hügel, Margrit De Colle, Erbersdorf 1, 8322 Eichkögl, www.vomhuegel.at

Fotos: Vom Hügel

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