Seit 60 Jahren trifft sich die internationale Reise- und Tourismusbranche auf der ITB Berlin. Heuer war ich zum ersten Mal dabei – und nahm Inspiration, viele Fußkilometer sowie Gerüche, Farben und Stimmen aus aller Welt mit nach Hause.
Anfang März 2026 war ich für ein paar Tage Berlinerin. Ganz in Anlehnung an John F. Kennedys berühmte Worte aus 1963, die er bei seinem Besuch in der damals geteilten Stadt prägte. Ich bin ein Berliner, sagte er, und meinte die Freiheit, die für alle Menschen gelten sollte.
Gar nicht fern der Gedanke in diesem Jahr, wo sich in Berlin zwar alles um das – natürlich freie – Reisen drehte, und dennoch die aktuellen geopolitischen Konflikte das Anreisen vieler Teilnehmender speziell aus dem asiatischen und arabischen Raum nicht zuließen. Reisen ist eben immer auch Spiegel der Zeit.
Auf der ITB trifft sich die Welt
Seit 1966 ist die ITB Berlin die wichtigste Plattform der internationalen Reise- und Tourismusbranche. Jedes Jahr im März treffen sich hier Reiseveranstalter, Hotels, Fluggesellschaften, Destinationen, Medien – und all jene, die vom Unterwegssein leben und träumen.
Die Dimensionen dieser Veranstaltung sind enorm. Teilgenommen haben 97.000 Besucher aus aller Welt, Aussteller aus über 160 Ländern und 3.000 Medienvertreter und Blogger. Und mittendrin: ich!
Mein Weg führte mich zunächst zum österreichischen Auftritt. Rot-Weiß-Rot drehte sich dort als elegante Spirale durch den Raum, begleitet vom Wort „Lebensgefühl“ – ein Begriff, der sich eigentlich gar nicht übersetzen lässt. Genau deshalb funktioniert er so gut. Die Bilder, die Atmosphäre, die Leichtigkeit: Österreich hat es geschafft, genau dieses Feeling zu transportieren.
Feiern und Lebensfreude – trotzdem
Dann ging es – logisch – auch nach Italien! Dort nahm ich an der Auftakt-Pressekonferenz von ENIT Italia, der nationalen Tourismusbehörde Italiens, teil. Am Abend folgte dann die wahrscheinlich charmanteste Party der Stadt. Ciao Italia! lautete das Motto in der eleganten italienischen Botschaft. Campari Spritz, köstliche italienische Spezialitäten – und eine herrlich originelle Silent Disco mit drei Live-DJs sagten uns allen: Berlin kann viel, aber Italien kann Dolce Vita!
Besonders berührt haben mich auf der Messe die Auftritte afrikanischer und südamerikanischer Länder. Farben, Musik, Geschichten – so viel Lebensfreude auf einmal. Das tat der Seele gut.
In Ecuador durfte ich Schokolade verkosten, außerdem Kaffee aus 1600 Metern Seehöhe – und süße Mini-Bananen. Das, was für mich Reisen besonders macht: die kleinen Geschmäcker der Welt.
Mindestens genauso schön waren aber die Begegnungen. Neue Gespräche, neue Kontakte – und auch alte Freunde, die ich sonst kaum sehe, obwohl wir gar nicht so weit voneinander entfernt leben und arbeiten. Kurios eigentlich. Oft braucht es eine Messe mit fast Hunderttausend Menschen, um sich zu treffen.
Die ITB Berlin feierte heuer ihr 60-jähriges Jubiläum – unter dem Motto „Leading Tourism into Balance“. In vielen Diskussionen ging es um die Zukunft des Reisens: Künstliche Intelligenz, neue Technologien, Resilienz – und natürlich Nachhaltigkeit. Gerade dieser letzte Punkt liegt mir besonders am Herzen.
Mein Wunsch nach mehr Verantwortung
Ich wünsche mir, dass wir beim Reisen wieder mehr Respekt für die Orte entwickeln, die uns empfangen. Dass wir Landschaften und Städte nicht konsumieren, sondern erleben. Dass wir neugierig sind auf regionale Küche, kleine Produzenten und echten Austausch mit den Menschen vor Ort.
Das bedeutet auch, wieder langsamer zu reisen. Slow Travelling – dieses entspannte, freundliche Unterwegssein – könnte ruhig ganz normal werden. Und ehrlich gesagt: Genuss hat ohnehin nichts mit Eile zu tun. Sondern damit, sich Zeit zu lassen.














Aus der Seele gesprochen: Orten und Menschen sollte man begegnen, wenn man unterwegs ist.
Schöne Erinnerungen an die 60. ITB – und die schönste Party an einem Dienstg in Berlin.
Ci vediamo!
Schön, dass wir einiges gemeinsam erleben durften! Macht doppelt Spaß. 🙂 A presto!